Journalismus-Lab Biodiversität 2026: Der Wert der Natur
Während der Klimaschutz einen festen Platz in der medialen Berichterstattung bekommen hat, ist dies bei der zweiten großen Umweltkrise unserer Zeit, dem Verlust der Biodiversität, noch immer nicht der Fall. Dabei spielt die Biodiversität eine existenzielle Rolle für unser Leben – und ist auch für die Wirtschaft zentral.
Im Journalismus-Lab Biodiversität 2026 steht erneut der Wert der Natur in allen seinen Formen im Zentrum (siehe Beispiele weiter unten).
Dazu werden wir eine Gruppe aus 12 geförderten Journalistinnen und Journalisten bilden, die sich gemeinsam in das Thema einarbeiten und zugleich jeweils eigenständig Rechercheprojekte verfolgen. Eine Übersicht über Geförderte und ihre Themen 2025 gibt unsere Projektseite.
Wir bieten auch 2026 wieder 12 Recherche- und Weiterbildungsstipendien à 5000.- Euro zum „Der Wert der Natur“ an.
Hintergrund: Die Riff freie Medien gGmbH fördert seit 2017 mit privaten Spenden und gemeinnützigen Zuwendungen freiberufliche Journalistinnen und Journalisten in den Bereichen Recherchen, Qualitätssicherung, Bildung und internationale Kooperation. Übergeordnetes Ziel ist es, mit dem Qualitätsjournalismus das demokratische Gemeinwesen zu stärken. Gesellschafter der Riff freie Medien gGmbH sind Christian Schwägerl (Geschäftsführender Gesellschafter), Max Steinbeis und Uwe H. Martin.
Bei unserer Förderarbeit geht es darum, freiberufliche Journalistinnen und Journalisten in ihrer unabhängigen Arbeit für Qualitätsmedien und selbst verantwortete Plattformen zu fördern. Die Mittel können für Arbeitszeit, Reisekosten sowie Recherchematerial (Datenbanken, Bibliotheken usw.) eingesetzt werden, aber nicht für dauerhafte Anschaffungen wie Computer o.ä..
Bewerben können sich hauptberuflich tätige Journalistinnen und Journalisten mit Wohnsitz in Deutschland oder Journalistinnen und Journalisten mit deutscher Staatsangehörigkeit, die aus dem Ausland für deutsche Medien arbeiten.
Ablauf: Die Recherchen erfolgen in eigener Verantwortung nach hohen journalistischen Standards. Zweierteams sind möglich, wenn dabei Textjournalist*in und Fotograf*in zusammenarbeiten und sich das Budget teilen. In der Förderung enthalten ist eine begleitende Beratung durch Programmleiter Christian Schwägerl. Projekte müssen bis Mitte November abgeschlossen sein.
Die gemeinsame Weiterbildung besteht aus einem Auftaktworkshop am 4. Juni 2026 (14-17 Uhr, online), fünf Online-Veranstaltungen (voraussichtlich 11.6., 9.7., 10.9., 24.9., 15.10. je ca. 14-17 Uhr) und einem Abschlussworkshop online, voraussichtlich am 19. November). Die Teilnahme an den Veranstaltungen ist verbindlich.
Bewerbungsfrist: 25. April 2026
Die Bewerbung besteht aus einem Lebenslauf, einem kurzen (1-2 Seiten) Exposé für ein konkretes, mit dem Stipendium umsetzbares Rechercheprojekt mit klarem umweltökonomischen Bezug und Angaben zum geplanten Mitteleinsatz sowie zur beabsichtigten Veröffentlichung bzw. einem Plan zur eigenständigen Publikation. Die Kooperation der geförderten freien Journalist*innen im Rahmen ihrer Rechercheprojekte mit festangestellten Redakteur*innen bei Qualitätsmedien ist ausdrücklich erwünscht, wobei Fördermittel nur an „Freie“ gehen.
Bewerbungen bitte in einem einzigen PDF mit dem Betreff „Bewerbung Wert der Natur“ an info@riff-gemeinnuetzig.de senden.
Es gelten die aktuellen
Vergaberichtlinien und verbindliche Regeln für die Mitwirkung am Journalismus-Lab. Die Bewerbungen werden von einer Fachjury bewertet. Die Jury beurteilt die Bewerbungen nach den Kriterien journalistische Qualität und Originalität; umweltökonomischer Bezug; potenzielle Breitenwirkung. Die journalistische Unabhängigkeit der erfolgreichen Bewerberinnen und Bewerber ist im gesamten Prozess gewährleistet.
Beispiele für Themenbereiche, zu denen man sich mit konkreten Rechercheprojekten für das Journalismus-Lab Biodiversität 2026 bewerben kann:
- Der Wert der Natur: Wie beurteilen Wissenschaftler*innen verschiedenster Disziplinen eine ökonomische Inwertsetzung der Biodiversität, was sind neueste Konzepte, welche historischen Vorbilder gibt es?
- Der Eigenwert der Natur: Wie verändert sich unser Umgang mit Biodiversität und Ökosystemen, wenn man ihren Eigenwert ins Zentrum stellt?
- Biodiversität und Banken/Zentralbanken: Die Vergabe von Krediten hat eine enorme Auswirkung auf die Umwelt. Klima-Risiken sind längst ein wichtiges Kriterium geworden, bei der Biodiversität fängt dies erst an. Zudem beginnen Zentralbanken damit, die Wirkung ihrer Entscheidungen für die Biodiversität zu hinterfragen. Was steckt dahinter?
- Biodiversität in der Lieferkette von KMUs und/oder Großunternehmen: Viele Firmen importieren Rohstoffe und Ausgangsmaterialien für ihre Produkte aus aller Welt. Sie stehen vor der Aufgabe sicherzustellen, dass damit keine Naturzerstörung verbunden ist. Wie ist das machbar?
- Die Rolle der
Berichterstattung zu Biodiversität (CSRD).
- Umstellung vorhandener Businessmodelle auf Biodiversitätsschutz: Unternehmen erkennen Chancen darin, sich aktiv als biodiversitätsfreundlich zu profilieren. Wie kann eine solche Umstellung gelingen, welche Hürden gibt es?
- Neue Businessmodelle auf Basis von Biodiversität: Materialien wie Verpackungen aus Pilzgeflecht sind ein Beispiel für neue Geschäftsfelder. Wie vielversprechend ist die „Bioökonomie“, was steht ihrem Erfolg entgegen, welche Vorbilder gibt es?
- Naturschutz-Monetarisierung für Landwirte: Bisher werden Landwirte hauptsächlich für die Produktion entlohnt. Expert*innen fordern, den Schutz von Landschaft und Naturvielfalt als neue Einkommenssäule aufzubauen. Wie kann das funktionieren?
- Inwertsetzung von Ökosystemen in der Praxis: Bisher tauchen funktionierende Ökosysteme, die zum Beispiel sauberes Trinkwasser liefern, in volks- und betriebswirtschaftlichen Bilanzen kaum auf. Erst wenn z.B. ein Wald gerodet ist, wird er zum konkreten „Wert“. Wie können lebendige Ökosysteme einen wirtschaftlichen Wert bekommen?
Das Journalismus-Lab Biodiversität 2026 wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), der KfW Stiftung und der Heidehof Stiftung gefördert.

